Gedenkseite von Betty "Mausi"

Bild von Betty "Mausi"

Betty "Mausi"

...hinterließ sehr viele Pfotenabdrücke in sehr vielen Herzen.

17.07.200617.12.2018

Hund [Mischling (Jack-Russel - Dackel)]

Veröffentlicht am 20.12.2018 von Heiko Staß

Betreut von: Rosengarten Zentrale

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Betty... war kein gewöhnlicher "Hund". Sie war ein Wunder. Wir wohnten damals auf dem Land. Bettys Mutter, Babsy war der Liebling meiner Mutter mit der ich selber aufgewachsen bin. Nun war es aber so, dass für mich die Zeit kam das Nest zu verlassen und zu Hause auszuziehen. Babsy blieb natürlich bei meiner Mutter und so war ich nun ein paar Monate ohne Tier an meiner Seite. Bis zu dem Tage als ich die Nachricht erhielt, das Babsy, die inzwischen 9 Jahre alt war und noch nie Welpen hatte, tragend sei. Unsere dortigen Nachbarn hatten vor kurzem erst einen Hund bekommen. Benny - ein kleiner Jack-Russel Mischling dem es gelang in unseren Garten zu kommen. Bis heute wissen wir nicht wie - aber das Leben findet immer einen Weg. Babsy fehlte nach einer Krebsoperation schon eine komplette Gesäugeleiste, doch nach Absprache mit unserer Tierärztin gingen wir dieses Risiko ein. Wir freuten uns sehr auf die Welpen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir jedoch noch unsicher ob ich einen der Welpen an mich nehme. Schließlich wollte ich gerne einen großen Hund. Gerne einen Labrador-Mix. Dann kam der Tag. Es war der 17.07.2006. An diesem Tag erhielt ich einen Anruf meiner Mutter. Babsy ist weg! Noch nie habe ich so wenig Zeit für diese 20 Kilometer gebraucht. Ich war sehr schnell und mich hätte niemand erwischen dürfen. Aber wir hatten Babsy schnell wieder. Sie suchte einen Ort, an dem Sie Ihre Welpen bekommen kann. Irgendetwas stimmte aber nicht und wir machen uns auf den Weg zu unseren Tierärztinnen. Geburtskanal zu Eng! - KAISERSCHNITT! So habe ich am 17.07.2006 um 21:56 Uhr einen kleinen Welpen mit dem Gewicht von 206 g in einem kleinen, blauen Handtuch von einer unserer Tieräztinnen in die Hände gedrückt bekommen, mit den Worten: "Abrubbeln und zum Atmen bringen"! Selbstverständlich tat ich dies und in dem Moment, als Betty Ihren ersten Atemzug machte und dabei auch noch einen "Pfieps" von sich gab, war beschlossen... - DAS IST MEINE! Betty war ein Welpe von zwei. Ihren kleinen Bruder haben wir jedoch nicht zum Atmen bringen können und zudem hatte er leider deformierte Hinterläufe. Somit wuchs Betty also als Einzelkind auf. Jede freie Minute verbrachte ich nun bei meiner Mutter und Babsy um Betty nah zu sein. Ich freute mich auf den Tag sie endlich mitnehmen zu können. Nach 7 Wochen war es dann soweit. Betty bereicherte mein Leben. Die Wohnung war auf einmal so warm und voller Leben. Überall, wo ich konnte, nahm ich sie mit. Sie war selbst mit in Supermärkten, wo ja normal keine Tiere rein dürfen. Ich habe sie einfach unter meine Jacke oder in eine Tasche gesteckt, habe ihr Köpfchen rausschauen lassen und niemand hat etwas gesagt. Die Kassiererinnen schauten mich nur mit einem riesen Grinsen im Gesicht an, sagten jedoch kein Wort. Dieses Grinsen zauberte Betty jedem ins Gesicht - jedem der sie sah. Sie riss die Männer reihenweise zu Boden, so klein wie sie auch war. Die Leute kamen rein und lagen plötzlich auf dem Boden um Betty zu begrüßen. Leider hat sie auch viel überstehen müssen. Mit 4 Jahren fanden wir raus, das sie eine Futtermilben und Getreideallergie hat. Sprich - Spezialfutter und das Futter einfrieren. Mit 5 Jahren hatte sie einen schlimmen Bandscheibenvorfall. Unsere Tierärztin hatte schon keine Hoffnung mehr, doch ich gab alles und verbrachte 8 Wochen mit ihr im Wohnzimmer, auf meiner Matratze bei absoluter Bettruhe. Habe sie rausgetragen, damit sie ihr "Geschäft" machen kann und lag den Rest des Tages nur mit Ihr im Bett, damit sie sich nicht bewegt. Die Nächte verbrachte sie in einem Kinderreisebett, damit sie sich auch Nachts nicht viel bewegen konnte. Ihr ging es schnell wieder besser und nach kurzer Zeit hat man fast nichts mehr davon sehen können. Sie konnte sich wieder ganz normal bewegen. Mit 9 Jahren wurde ihr eine Gesäugeleiste wegen Krebs genommen und es war wieder Bettruhe angeordnet. Auch dies haben wir gemeistert. Mit 10 Jahren hatte sie eine Netzhautablösung der Augen und sie wurde innerhalb von 1 Woche komplett Blind. Sie kam damit besser zurecht als ich. Jedoch habe ich ihr geholfen wo ich nur konnte. Ich hatte eine Wohnung mit Stufen zur Küche und ins Schlafzimmer. Vor meiner Wohnung, wo es auch in den Garten ging war eine 4 stufige Treppe. Sie sah ja nun nichts mehr und hatte natürlich Angst die Treppe und die Stufen zu nutzen. So machte ich ihr Teppichstreifen vor und auf die Stufen, damit sie wusste wo diese sind und der Weg in den Garten wurde ihr durch eine 4 Meter lange Rampe ermöglicht. Damit kam sie schnell klar und lief diese Rampe auf und ab, als können sie noch sehen. Sie flitze durch die Wohnung als wäre sie nie Blind geworden. Kleinere "Wehwehchen" hatte sie immer... Analdrüse verstopft, Kralle ein oder gar abgerissen, Bauchweh, und solche Sachen. Sie war jedoch trotz ihrer Einschrenkungen ein fröhliches und glückliches kleines Wunder mit einem riesen großen Herzen und einer unfassbar warmen und herzlichen Ausstahlung. Länger als 4 Tage hielt ich es ohne sie nicht aus. Ich half Freunden von mir dabei ein Haus in 600 kilometer Entfernung zu sanieren. Wir wussten nicht wie es dort wirklich aussah und so entschied ich mich 7 Tage ohne Betty dort hin zu fahren um alles "Bettysicher" zu machen. Es war durchaus Arbeit für 14 Tage, jedoch war ich am 4 Tag wieder bei Betty und habe sie abgeholt. Die Sanierung dauerte noch weitere 3 Monate und Betty war selbstverständlich mit dabei. Sie hatte auch keine großen Ansprüche. Nachts schlief sie immer in meiner Kniekehle. Kalte Beine hatte ich nie. Als ich mal ein Schlafzimmer bei Freunden tapezierte, war sie "wie immer" dabei. Ich kleisterte die Tapeten ein, lag sie beiseite damit sie ziehen können und wer lag darauf? Betty - lag auf der nassen Tapete und schlief. Ihre große Leidenschaft waren Hände, Arme, Beine, Ohren und wenn sie durfte auch Gesicht. Nicht nur bei mir - bei jedem und es gab kaum jemanden der es nicht zugelassen hat. Betty kam an, schob mit ihrer Nase dein Hosenbein hoch und schleckte genüsslich dein Bein ab. Mit einer sehr warmen Zunge - so warm wie ihr großes Herz. Dann kam der Dezember 2018 - es war eigentlich alles in Ordnung. Ja, Betty hatte etwas abgenommen - nunja, sie war ja auch schon über 12 Jahre. Doch dann wollte sie auf einmal nicht mehr richtig fressen und ließ sogar Ihre Hähnchenkaustreifen liegen, die sonst keine 5 minuten überlebten. Auf zum Tierarzt - AltersCheck - offensichtlich alles ok... Blutprobe und ab ins Labor. Am Samstag den 15.12. dann die erschütternde Nachricht - die Ergebnisse der Blutprobe. Betty hatte das fressen inzwischen ganz eingestellt. Akutes Nierenversagen. Ihre Nieren hatten den Dienst schon komplett aufgegeben. Die Werte waren so extrem hoch, sie waren schon jenseits von Gut und Böse. Mir wurde somit vorsichtig mitgeteilt, dass man nichts mehr für sie tun kann ausser................ NEIN !!! Doch... die Zeit war gekommen! Wir haben uns besprochen und beschlossen sie bis Montag abend noch mit nach Hause zu nehmen. Auch damit sich alle, die es möchten, sich von Ihr verabschieden können. Sie wurde immer schwächer und hat Montag sogar aufgehört zu trinken. Sie war nicht mehr in der Lage zu laufen oder aufzustehen. Sie schlief nurnoch in meinem Arm auf der Couch. Sie hatte die ganze Zeit keine Schmerzen, ihr war zeitweise nur Übel. Betty war ein Kämpfer - Sie hätte nie aufgehört ums überleben zu kämpfen und nur aus dem Grund habe ich beschlossen ihr zu helfen. Ihr zu helfen endlich mit dem Kämpfen aufzuhören, denn dieses mal hätte sie den Kampf leider verloren und diese Qual hatte sie nicht verdient. So ist sie am Montag abend den 17.12.2018 um 19:11 Uhr in meinen Armen eingeschlafen... Ich vermisse meine kleine Mausi sehr. Dieses Loch, welches nun so plötzlich in mein Leben gerissen wurde lässt sich mit NICHTS füllen. Meine Wohnung ist so kalt und leer. Es ist grausam und schmerzt sehr. Für Betty war es der beste Weg, jedoch der schwerste meines Lebens. Sie ist für immer in meinem Herzen und ich werde sie immer vermissen. Es mag komisch klingen, jedoch entschied ich mich vor Jahren schon mit Betty zusammen für eine Kremierung. Ich habe es ausführlich mit ihr besprochen und es war ihr Wille. Menschen die jetzt sagen "Hunde können nicht sprechen", den stimme ich zu. Jedoch kann sich ein Tier mitteilen, man muss es nur verstehen. Die meisten wissen wohl wovon ich rede... Sie war am liebsten zu Hause - zu Hause auf der Couch. Aus diesem Grund die Kremierung, damit sie immer "zu Hause" bleiben kann. Der Gedanke an die Tierkörperbeseitigung oder sie nun in ein kaltes, nasses Loch zu legen, ist ein schrecklicher Gedanke. Ein Gedanke über den ich nicht weiter nachdenken will und werde. Nun ist Mausi "zu Hause" wo sie sein wollte und auch hingehört. Sie fehlt mir dennoch sehr und wird für immer in meinem Herzen sein. Mausi, ich vermisse dich! ----------------------------------------------------------------------------------------------- Einen ganz besonderen Dank an das Team von ROSENGARTEN-Tierbestattung in Badbergen. Hier wurde uns die Möglichkeit geben in Würde, in einer sehr liebevollen und mit Herz eingerichteten Umgebung von Betty Abschied zu nehmen. Wir haben Sie dort kremieren lassen und konnten Sie somit anschließend wieder "nach Hause" bringen. Die Mitarbeiter dort zeigen sehr viel Mitgefühl und sind mit sehr viel Herz dabei. Sie sind sehr liebevoll und haben das passende Taktgefühl sowie sehr viel Feingefühl. Man fühlt sich vom ersten Moment an sehr wohl und gut aufgehoben, trotz des unschönen Anlasses. Es war eine sehr, sehr schöne Abschiednahme von Betty, an die ich gerne und immer wieder zurückdenken werde. So einen schönen und würdevollen Abschied hatte unsere Mausi definitiv verdient und ich hätte es mir nicht schöner vorstellen können! Unser "DANKE" kommt von ganzem Herzen. ❤

Kondolenzbuch

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