Gedenkseite von Matti

Bild von Matti

Matti

Zuhause ist, wo du bist

01.12.201429.11.2025

Hund [Irischer Wolfshund]

Veröffentlicht am 11.01.2026 von Maren

Betreut von: ROSENGARTEN-Tierbestattung Filiale Koblenz

Bild von MattiBild von MattiBild von Matti

Tag 1 ohne dich: Ich wusste nicht, dass mein Körper so intensiv weinen kann. "Es wird nie wieder gut" Ich glaube nicht, dass ich um einen Menschen mehr trauern könnte. Ich war nicht bei dir. Es tut mir so leid! Ich kann nicht zu Hause schlafen. Die Stille ist zu laut. Tag 2 ohne dich: Ich starte den Tag weinend. "Er hätte nur wieder atmen müssen" Ich kann meinen Handyhintergrund nicht ansehen, weil du darauf bist. Ich kann ihn nicht ändern, weil du darauf bist. Am Abend schiebe ich deine Matratze unter mein Bett. Da ist plötzlich so viel Platz. Ich schlafe nicht zu Hause. Du wirst nicht neben mir liegen. Ich werde dich nicht atmen und träumen hören. Tag 3 ohne dich: Heute wären wir 7 Jahre zusammen gewesen. Ich gehe zur Arbeit. Ich habe das Gefühl, ich bin stabil. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Ich kann doch noch nicht aufhören um dich zu trauern. Ich weine. Ich telefoniere mit dem Bestattungsunternehmen. Die Frau ist sehr lieb. Ich weine. Wir werden noch einmal telefonieren. Ich weine auf der Personaltoilette. Mit Mama und Papa suche ich am Nachmittag deine Urne aus. Ich schlafe zuhause. Auf der Couch. Im Bett fühlt sich falsch an. Ich schmeiße Sofakissen auf den Boden. Will sie beiseite schieben, weil ich weiß, du traust dich nicht an ihnen vorbei. Ich bemerke, dass ich sie liegen lassen kann. Beim Treppe steigen passe ich auf, dass du mich nicht umrennst... ich muss nicht aufpassen. Tag 4 ohne dich: Ich kann nicht arbeiten gehen. Ich melde mich krank. Sie haben Verständnis. Ich bin dankbar. Ich liege auf der Couch. Ohne dich. Ich räume die Spülmaschine aus. All deine Näpfe sind darin. Ich bin traurig. Ich spüre Reue. Warum musste ich sie plötzlich spülen? Warum musste ich deine Decken und Laken waschen? Sie riechen jetzt nicht mehr nach dir. Glaub bitte nicht, dass ich dich wegwaschen wollte! Um 13:00 telefoniere ich wieder mit dem Bestattungsunternehmen. Bis dahin musst du mindestens einmal Gassi gewesen sein. Ich bemerke kurz darauf wie widersprüchlich diese Gedanken sind. Ich bestelle endgültig deine Urne. Ich weine. Eine Kollegin ruft an. Ich will nicht ran gehen. Ich gehe ran. Das Telefonat tut mir gut. Tag 5 ohne dich: Ich schlafe auf der Couch. Ich gehe nicht arbeiten. Mir fehlen deine Geräusche. Krallen auf dem Fußboden, dein Halsband, wie es gegen die Wasserschüssel schlägt, dein tiefes Schnauben, das Poltern, wenn du die Treppe läufst, sogar dein anhaltendes Bellen. Ich konnte mir deine letzten Bilder anschauen. Kurz.  Es ging dir so schlecht. Du warst so tapfer. Ich schäme mich für jeden "positiven" Gedanken. Keine Fellmassen mehr, die ich wegsaugen muss. Ich würde alle Haare täglich mit der Hand aufsammeln, wenn du dafür bei mir bleiben könntest. Nicht mehr bei Wind und Wetter raus gehen müssen. Ich würde jeden Tag durch Regen, Schnee, 40 Grad im Schatten und allen Wetterlagen dazwischen, stundenlang mit dir Gassi gehen, wenn du dafür bei mir bleiben könntest. Kein ewiges Bellen mehr. Du dürftest Bellen so viel du willst, wenn du dafür bei mir bleiben könntest. Ich verlasse das Haus. Fahre an einem Haus vorbei, in dem ein Hund wohnt, den du mochtest. Ich weine. Plötzlich, kurz und heftig. Es überrascht mich. Als könnte mein Körper nicht anders. Ich gehe mit Fritz spazieren. Es ist entspannt, weil Hundebegegnungen so einfach sind. Kläff jeden einzelnen Hund an, zerr an der Leine, hol mich von den Füßen. Hauptsache du bist da. Tag 6 ohne dich: Dritte Nacht auf der Couch. Ich liege stundenlang da. Ich muss ja nicht raus. Ich doomscrale, manchmal lache ich sogar. Ich bemerke, wie sehr du meinem Alltag Struktur und Sinn gegeben hast. Ich gehe mit Mama und Fritz spazieren. Wir reden. Auch über einen neuen Hund. Irgendwann. Ich glaube, ich möchte das. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Du kannst nie ersetzt werden. Trotz oder vielleicht gerade wegen aller Schwierigkeiten. Du warst der richtige Hund, zum richtigen Zeitpunkt. Du warst mein Seelenhund. Heute war der erste Tag ohne Tränen. Ich schlafe auf der Couch. Tag 7 ohne dich: 7 Jahre mit dir, 7 Tage ohne dich. Ich gehe arbeiten. Ich fahre auf direktem Weg. Kein Umweg um dich zu Mama und Papa zu bringen. Um dich gut versorgt zu wissen. Die Arbeit tut mir gut. Die Kollegen sind lieb und verständnisvoll. Ich schäme mich,  weil es mir so "gut" geht. Ich weiß, dass Trauer unterschiedlich aussieht. Ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen. Zuhause weine ich. Ich weiß nicht genau was der Auslöser war. Du bist einfach nicht hier. Ich schlafe im Bett. Es ist okay. Ich hoffe, du weißt wie wichtig du für mich warst. Ich hoffe, du weißt wie lieb ich dich habe. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder!

Kondolenzbuch

232 Aufrufe, 13 Kommentare und 6 Rosen

Kommentare

Gabi Jehring

Kommentar vom 11.01.2026

Bild einer Rose

Matti 🫶🏽

Rosen

condolence.roseImgAlt

Corinna mit Billy im ❤️

Am 11.01.2026

condolence.roseImgAlt

Beate mit Elvis im Herzen❤

Am 11.01.2026

condolence.roseImgAlt

Leb' wohl ❤️

Am 11.01.2026

condolence.roseImgAlt

Tanja mit Timmy im 💘

Am 11.01.2026