Memorial page of Ida

Ida
Adieu, mein kleines Idchen, ich vermisse dich sehr!
dog [Mischling (Bordercollie-Schäferhund, Terrier)]
Published on 05/07/2020 by Antje mit Ida im Herzen
Supervised by: ROSENGARTEN-Tierbestattung Filiale Hamburg


"Ich würde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir einmal wieder zu begegnen...." (Friedrich Hölderlin) Ich vermisse meine Ida unsagbar stark. Die Entscheidung, die ich am 24. April 2020 treffen musste, war die grausamste meines Lebens, und noch immer quälen mich große Zweifel, ob es richtig war. Ida ist 17 Jahre, 6 Monate und einen Tag alt geworden, davon war sie 16 Jahre, 9 Monate und 20 Tage bei mir. Es war eine sehr schöne Zeit, manchmal aufregend (weil Ida eine wilde Hummel war), aber immer intensiv. Ida hat einen sehr großen Teil meines Herzens und Lebens gefüllt, der nun leer ist. Mein Idchen war eine kleine Kämpferin: Schon früh wurde schwere HD und Arthrose diagnostiziert, die all die Jahre auf verschiedene Arten recht erfolgreich behandelt wurde. Dazu kamen Probleme mit der Schilddrüse und dem Herzen, dafür gab's auch Tabletten. Trotzdem war sie ein sehr energiegeladener und sportlicher Hund. Und als Mix aus Bordercollie, Schäferhund und Terrier geistig mehr als rege;-). Vor ca. 1,5 Jahren wurde das Laufen (trotz Schmerzmittel) beschwerlicher, vor einem Jahr kam eine Niereninsuffizienz dazu, Ida musste im letzten Jahr nachts drei bis vier Mal raus und "Pfütze machen". Im Spätherbst hatte sie dann eine schwere Anämie und ich dachte schon, dass der Abschied naht. Aber Ida hat sich wieder berappelt.....immer wieder. In den letzten Monaten wurden die Hinterbeine immer schwächer und sie konnte nicht mehr lange stehen. Aber der Appetit war ungebremst. Ich habe mir immer gesagt "Solange sie noch spazieren gehen mag", ist alles gut. Zwei oder drei Wochen vor ihrem Tod wurden die Spaziergänge immer kürzer, manchmal hat Ida nur schnell alles erledigt und wollte dann gleich wieder zurück. Das Laufen hat sie sehr, sehr angestrengt. Manchmal ist sie sogar gestolpert und gestürzt. Ich habe mir gesagt "Solange sie noch fressen mag, ist alles gut.". Zwei Wochen vor ihrem Tod mochte sie ihr Futter nicht mehr fressen, also habe ich für sie gekocht. ...und sie hat gefressen. In den letzten Tagen vor ihrem Tod hat Ida sich täglich übergeben und mochte nur noch gekochtes Hühnchen "ohne Beilage" fressen. Sie war schwach und hatte helle Schleimhäute. Die Tierärztin sagte am Telefon, dass ich noch beobachten könne, ob Ida wieder stabiler wird, wenn das Futter drin bleibt, ich mich aber auch mit dem Gedanken beschäftigen solle, sie gehen zu lassen. Vorsichtshalber haben wir einen Termin für den nächsten Tag, den 24.4. vereinbart..... Am Abend vor ihrem Tod schien es Ida plötzlich besser zu gehen....wir konnten eine normale kleine Runde spazieren gehen und sie hat gefressen. Ich habe Hoffnung geschöpft....Am nächsten Morgen kam alles unverdaut wieder heraus, Idchen hat sich erschöpft hinfallen lassen und hat lange bewegungslos gelegen. Da habe ich gespürt, dass sie keine Kraft mehr hat ....und habe gedacht (und es ihr gewünscht), dass sie friedlich Zuhause einschläft... Aber es war der 24.4. und wir hatten den Termin bei der Tierärztin.....wegen Corona kamen "meine" Tierärzte leider nicht nach Hause...... Ida war sonst immer sehr gestresst beim Autofahren, da ich kein Auto habe und es für sie ungewohnt war. An diesem Tag hat Ida die Autofahrt ganz ruhig auf meinem Schoß verbracht hat. Und ich hatte das Gefühl, dass auch das "Erlösen" selber ganz friedlich für sie verlief. Als die Tierärztin Ida sah, sagte sie nur "Sie kann nicht mehr" und das war ja eigentlich auch mein Eindruck. Und nicht nur Ida war ruhig, sondern ich erstaunlicher Weise auch. Nach vielen Wochen des Grübelns, woran ich merken würde, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hatte ich plötzlich das sichere Gefühl, dass der Tag des Abschieds gekommen ist. Die Zweifel haben später begonnen... Ida hat ganz ruhig auf dem Tisch gelegen (was sie im Normalfall nie getan hat). Nur beim Schieben der Kanüle in die Vene hat Idchen den Kopf gehoben.und zum Hinterbein geguckt. Das hat ihr bestimmt weh getan, weshalb ich mir auch Vorwürfe mache. Die erste Spritze mit dem Narkosemittel hat sehr schnell gewirkt und Ida lag innerhalb weniger Sekunden in Narkose. Dann kam die zweite Spritze..... Es ging sehr, sehr schnell.....und Ida sah friedlich aus... Ich habe noch lange bei ihr gesessen, sie gestreichelt und mich verabschiedet. Eigentlich wollte ich sie nicht allein in der Tierarztpraxis lassen, schließlich musste sie nie länger als ein paar Stunden von mir getrennt, in denen ich arbeiten oder einkaufen musste. Als ich in die leere Wohnung kam, hat mich der Schmerz um den Verlust regelrecht körperlich getroffen. Schon am selben Abend begangen die Zweifel: War die Entscheidung wirklich richtig oder wäre Ida vielleicht nochmal auf die Beine gekommen? Hätte ich noch warten sollen, um ihr die Möglichkeit zu geben, von sich aus diese Welt zu verlassen? Ich gehe jede Sekunde des Tierarztbesuches durch und frage mich, ob Ida gelitten hat? Hatte sie Schmerzen? Und ich sehe mein Idchen vor mir, wie sie dort auf dem Behandlungstisch liegt.... Es fühlt sich für mich falsch an, das Leben eines Tieres, des geliebten Tieres, innerhalb weniger Sekunden auslöschen zu lassen. Hätte Ida nach 16,5 Jahren nicht mehr verdient? Auch mehr, als eine Einäscherung "in der Ferne", ganz allein? Ich hoffe inständig, dass es für Ida wirklich eine Erlösung war und keine (sinnlose) Beendigung ihres Lebens...Denn nur darum geht es, dass es für Ida das Beste war. (Aber wie kann der Tod "das Beste" sein?) Ich wusste immer, dass ich diese Entscheidung eigentlich nicht treffen wollte, und wenn überhaupt, dann eher eine Woche zu spät als einen Tag zu früh. Aber die Entscheidung, der Abschied und die Trauer sind schmerzhafter als ich jemals gedacht habe. Inzwischen sind vier Wochen vergangen und es tut noch immer sehr, sehr weh. Meine Ida fehlt mir unsagbar! In so vielen Augenblicken und Situationen denke ich an sie. Und manchmal habe ich das ganz sichere Gefühl, dass sie noch da ist, da spüre ich ihre Anwesenheit geradezu. Mein liebes Idchen, ich danke dir für die vielen schönen Jahre, in denen du mich begleitet hast, du warst für mich stets mehr als ein Haustier, du warst für mich wichtiger als die allermeisten Menschen in meinem Umfeld und ich habe dich sehr, sehr lieb gehabt. Bitte vergib mir die Fehler, die ich höchstwahrscheinlich gemacht habe . Ich habe immer mein Bestes gegeben und hoffe, dass es gereicht hat, um dir ein schönes Leben zu ermöglichen. Ich vermisse dich sehr und werde dich immer in meinem Herzen tragen! Adieu, mein kleines Mädchen!
Book of condolence
3095 Visits, 26 Comments and 44 Roses
Comments
Kerstin
Comment from 05/24/2020

Liebe Antje, ich wünsche Dir unendlich viel Kraft für diese schwierige Zeit, die ich jetzt seit 7 Wochen mitmache. Ich habe meine kleine Maxi nach 16 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Als ich deinen Text gelesen habe, er hätte auch von mir sein können. Das gleiche geht mir auch seit 7 Wochen durch den Kopf, aber mein Tierarzt hat mir auch , sagen wir es mal durch die Rose gesagt, es geht nicht mehr. Maxi hatte Herzbeschwerden, das Vestibulärsyndrom, zuletzt schlechte Nierenwerte, hatte ein Geschwulst am Hintern, was geblutet hat. Helle Schleimhäute, Entzündungen am Zahnfleisch, konnte ihren Urin nicht mehr lange halten und manchmal musste ich sie Gassi tragen. Das hat meine Maxi nicht verdient und ich habe mir geschworen, leiden soll sie nicht. Antje ich weiß wie du dich fühlst und so wie du es beschrieben hast, hast du alles richtig gemacht. Ida und Maxi konnten würdevoll über die Regenbogenbrücke gehen. Ich wünsche dir von ganzen Herzen alles gute und ich hoffe, bei dir wird der Schmerz auch wie bei mir irgendwann besser. R.I.P liebe Ida❤

Andrea mit Mausi im Herzen
Comment from 05/24/2020

Liebe Antje ich kann Dich sehr gut verstehen.Meine Mausi ist jetzt über 2 Monate nicht mehr da und ich leide jeden Tag.Ich bin nachdem ich Deine Geschichte gelesen habe davon überzeugt das Du alles richtig im Sinne von Ida gemacht hast.Ida wird Dir sehr dankbar sein das Du die Kraft hattest sie gehen zu lassen und bei Ihr warst.
Marlies mit Pietsch tief im Herzen
Comment from 05/24/2020

Eine Rose für Ida ins Regenbogenland Niemand ist fort den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart. Stefan Zweig Herzliche Grüße sendet Ihnen Marlies mit Pietsch tief im Herzen

Tanja mit Timmy im Herzen
Comment from 05/24/2020

Eine Rose für Ihre geliebte Fellnase Ida. Liebe Antje, ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft, diesen schweren Verlust zu verarbeiten. Run free little angel. Habe mit meinem geliebten Timmy auch wunderschöne 18 Jahre verbracht. Ich weiß, wie sehr das schmerzt und fühle mit Ihnen. Ein Lebewesen, welches sehr alt wird, besitzt eine junge Seele, die noch viel lernen muss! Mit diesem Lebewesen wirst Du viel Zeit verbringen und ihr werdet viel voneinander lernen! Ein Lebewesen, welches sehr jung stirbt, besitzt eine alte, weise Seele. Sie braucht nicht mehr viel um vollkommen zu sein. Sei nicht traurig über die kurze Zeit die ihr hattet, freu Dich, dass du es gewesen bist, ihr beizubringen, was sie vollkommen werden ließ!

Antje
Comment from 05/24/2020

Dankeschön, liebe Yvonne!
Yvonne mit King tief im Herzen❤️✝️13.09.2019
Comment from 05/24/2020

Für Ida ❤️ von King ❤️ Mein herzliches Beileid liebe Antje, ich wünsche dir ganz viel Kraft in der Bewältigung deiner Trauer... Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, werde ich immer bei euch sein. Rainer Maria Rilke
Roses

Sabine mit Pretty
On 05/24/2020

❤
On 05/24/2020