Remembrance initiative 2025
By purchasing a wooden heart with a personalized engraving, you automatically take part in our campaign. Your donation goes 100% to the ROSENGARTEN Foundation.
Visit donation shopMemorial page of Osiris

Osiris
Published on Jul 29, 2010 by i hoenekopp
Mein Liebster Kater ist tot. Seit Sommer 1993 waren wir zusammen. Damals kam er als kleines Streunerbaby zu mir; mit seiner Schwester, welche noch lebt. Ich liebe sie beide; aber er war der Schmusekater; immer in der Nähe, sie die Autonome. (ich liebe sie deshalb nicht weniger; es ist aber anders) Wie es ist, ohne meinen Schmusekater einzuschlafen und aufzuwachen, weiß ich noch nicht. Ich kenne das nur aus dem Urlaub und von Dienstreisen; das war schon ungewohnt, wusste aber, er ist da, wenn ich nach Hause komme. Wir waren ein gutes Team; er wusste immer wie es mir ging und umgekehrt. Wenn ich mit einem dicken Hals nach Hause kam, oder wenn ich mal traurig war oder so: er hat mit mir geschwätzt und geschmust und … die Erde drehte sich weiter. Seit einigen Monaten wusste ich, dass seine Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Alles was tierwürdig war, (Diät, medikamentös) haben wir gemacht. Dann putzte er sich nicht mehr, okay, das machte ich dann, dann schwätzte er aber auch nicht mehr (machte ich dann auch, aber das war ja nix Neues…) und zuletzt war er nur noch ein Schatten seiner selbst; ehemals fast 9 kg ? ; selbst ein kleines Schnurren war kaum noch zu hören. Aber immer noch klebte er an mir, und ich an ihm, auch wenn er nicht mehr auf den Schoß springen konnte. Dann hat er zu essen aufgehört; aber noch getrunken. Dann ging das auch fast nicht mehr; er hat sich so gequält und ich ihm das Wasser an den gemeinsamen Schlafplatz gestellt, damit er es nicht so weit hat… das hat er noch geschafft; Katzenmilch, als Kalorien, habe ich ihm mit einer Spritze ins Maul. Aufs Klo hat er es auch nicht mehr so richtig geschafft; aber wenn man liebt ist das nicht so wichtig. Liebe ist…. wenn man sich verabschieden kann. Freitag konnte ich mich noch nicht entscheiden; dachte, das lasse ich die Tierärztin entscheiden; ich bin befangen. Wollte daher Samstag hin, da schien es aber irgendwie wieder zu gehen. Das Wochenende war dann gruselig; ich bin fast nicht mehr von seiner Seite. Er sowieso nicht von meiner. Montag: zur Tierärztin. Ein Blick; keine Debatte. Ich bin sehr traurig. Er war Familie, treuer Freund, hat mir gut getan. Die starke Zuneigung beruhte auf Gegenseitigkeit. Wer das nicht kapiert…. Egal. Der Konflikt: einschläfern lassen oder nicht… gab zu denken. Wenn es nach mir gegangen wäre…. Nie. Egal, wo er hinpisst…. Es geht doch nicht ohne ihn. Ich musste aber gucken, was für ihn das Beste ist. Er machte den Eindruck, als kön-ne und wolle er nicht mehr. Ein Schatten seiner selbst; nix mehr auf den Rippen; selbst trinken ging kaum noch. Er hat aber nie gejault oder so… wie früher, wenn er mal krank oder verletzt war. Vielleicht hatte er selbst dazu keine Kraft mehr? Mein lieber Kater, Mops genannt, obwohl Osiris der Name: Sei bitte, bitte nicht böse, dass ich einen Tag vorher noch geknipst habe. Da ich Dich nicht ausstopfen lasse, darüber habe ich ehrlich auch nachgedacht, wollte ich noch eine kleine materielle Erinnerung; unnötig wien Kropf; da Du ja im Herz bist, aber… Tschüss Alter. Sei bitte auch nicht böse, falls ich mit der Spritze beim Tierarzt zu lan-ge gewartet haben sollte. Ich konnte Dich einfach nicht früher gehen lassen. Sorry. Heute konnt ich die Urne abholen; das hat was tröstliches.
Book of condolence
850 Visits, 4 Comments und 4 Roses
Comments
Dagmar
Comment from Feb 8, 2016

Hallo, ich kann sehr gut verstehen, wie Du gehofft und gekämpft hast. Ich habe Ähnliches im letzten Jahr mit meinem Kater Willi erlebt. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt, wo man dem geliebten Tier nur noch mit der Erlösung helfen kann. Ich schaue fast täglich auf diese Seiten und auch auf das, was ich meinem Willi geschrieben habe. Es hilft, zu sehen, dass man in seinem Schmerz nicht allein ist. Alles Liebe Dagmar
Susanne
Comment from Feb 8, 2016

Dein Osiris wird Dir dankbar sein, dass Du ihm diesen letzten Liebesweis gegeben hast. Auch ich musste die Entscheidung treffen aber es gibt nichts Schlimmeres, als sein geliebtes Tier leiden zu sehen und leiden zu lassen. Irgendwann wirst Du auch die Leere, die der Mops hinterlassen hat, nicht mehr so stark spüren aber Du wirs spüren, dass er immer in Deiner Nähe ist und Du wirs ihn nie vergessen!
DORIS
Comment from Feb 8, 2016

hallo nur zu gut kann ich dich verstehen - genau das habe ich mit meinem filouchen durchgemacht. es waren die nieren - eine woche habe ich mit ihm im bett verbracht, weil er nicht mehr die kraft hatte aufzustehen. aber die entscheidung zum einschläfern wollte ich nicht treffen müssen. wollte, dass er von alleine geht. aber wir hingen - so wie ihr - zu eng zusammen. er wollte nicht gehen..... noch heute - vier monate später weine ich um ihn und frage, ob es richtig war ihn einschläfern zu lassen..... ich wünsche dir kraft. geniesse die zeit mit seiner schwester, sie braucht dich jetzt. hat sie doch noch nie ohne ihren bruder gelebt.... alles liebe doris
i hoenekop
Comment from Feb 8, 2016

zu Doris: Liebe Doris, Deine Entscheidung filouchen einschläfern war richtig. Auch ich weine noch um meinen Kater und denke, ich habe eher zu lange gewartete mit der Entscheidung. Leben verlängern ist gut; Sterben verlängern etwas Anderes... Gruss
Roses

Rosengarten-Sterne Team
On Jul 29, 2020

Rosengarten-Sterne Team
On Jul 29, 2019

Rosengarten-Sterne Team
On Jul 29, 2018

Rosengarten-Sterne Team
On Jul 29, 2017