Memorial page of Jeannie

Jeannie
Für die Welt warst du nur eine Katze, für mich aber warst du die Welt.
cat [Europäisch Kurzhaar]
Published on 04/14/2022 by Claudia
Supervised by: ROSENGARTEN-Tierbestattung Filiale Braunschweig




Jeannie, mein Ein und Alles, meine Seelenkatze ist tot. Im Dezember 2004 bist Du in mein Leben getreten. In Lamme hatte man Dich mit fünf Deiner Kinder eingefangen, da Du offensichtlich kein Zuhause hattest. Meine Eltern erzählten mir von Dir und Deinen Kleinen und ich fragte vorsichtig bei meinem Mann an, ob er es sich vorstellen könnte, dass wir noch eine vierte Katze aufnehmen könnten. Gedacht hatte ich dabei an eines Deiner Kinder, aber mein Mann sprach: „Wenn, dann nehmen wir die Mutter. Die Kleinen finden schon irgendwo ein gutes Zuhause, aber wer will schon ein älteres Tier, was sich nicht einmal anpacken lässt.“ Vor die Wahl gestellt Katzenmama oder keine vierte Katze entschied ich mich dafür, dass Du bei uns einziehen durftest, obwohl ich mir nicht sicher war, dass dies die richtige Entscheidung war. Den Nachbar meiner Eltern brachte Dich zu uns nach Hause und Dir war anzusehen, dass auch Du das für keine gute Entscheidung gehalten hast. Du hast Dich schnell hinter der Waschmaschine verkrochen und bist für lange drei Monate dort nur zum Essen und den Toilettengang herausgekommen. Nicht einmal die Tatsache, dass wir die Maschine hin und wieder laufen lassen mussten, trieb Dich aus Deinem Versteck. Hin und wieder habe ich nach Dir gesehen und dabei ausprobiert auf welchen Namen Du reagieren würdest. Auf den Namen Jeannie hast Du reagiert und irgendwie erschien es mir auch passend, eine bezaubernde Katze nach der bezaubernden Jeannie aus der Fernsehserie zu benennen. Das erste Vertrauen, welches Du uns schenktest mussten wir gleich wieder auf die Probe stellen, weil ein Hautpilz Dein halbes Gesicht verunstaltet hatte. Die Behandlung war lästig, aber Du hast denke ich gewusst, dass wir Dir nur helfen wollten. Im Laufe der Zeit wurde klar, dass Du irgendwann mal ein Zuhause gehabt haben musstest, denn Du warst besser erzogen als jeder Hund. Nutze die Katzentoilette, geh nicht auf das Sofa, geh schon gar nicht ins Bett … nicht einmal entspannt hochheben konnte man Dich, weil Du Dich komplett verspannt hast. Irgendjemand muss Deine Erziehung mit massiver Gewalt vorgenommen haben. Wie massiv erfuhren wir allerdings erst deutlich später. Sehr langsam lerntest Du alles, was eine Familienkatze unserer Ansicht nach können muss und entwickeltest Dich zur Chefin im Haushalt. Merlin und Bonnie hatten diesbezüglich ohnehin keine Ambitionen und Minnie, den hast Du auf Deine unnachahmlich ruhige und sanfte Art immer im Griff gehabt. Du warst nie unfreundlich oder böse, selbst bei den Tierarztbesuchen hast Du immer toll kooperiert. Du warst die Katze, die sich immer um alle Familienmitglieder gekümmert hat. Du hast versucht, Linus das Laufen beizubringen und als er das mit 5 Monaten immer noch nicht konnte, hast Du mich angesehen als wolltest Du mir mitteilen, dass das wohl nichts mehr wird. Du warst für Linus eine Art Kindermädchen, ähnlich wie Nana bei den Darlings und Du hast Deinen Job verdammt gut gemacht; eine echte Kümmerkatze halt. Als wir umzogen konntest Du auch raus gehen und hast es genossen, die Sonne und den Wind im Fell zu spüren. Du warst aber auch die erste, die herausgefunden hat, wie man den unsichtbaren Zaun austricksen und das Grundstück verlassen kann. Danach haben wir Dich schweren Herzens frei laufen lassen. Mit Eddie zog eine nächste Herausforderung bei uns ein. Eddie mochte niemanden, vor allem keine Frauen und andere Katzen schon mal gar nicht. Eddie hat immer Streit gesucht, obwohl er dabei fast immer den Kürzeren zog. Einmal stob er bei uns über das Grundstück, direkt im Schlepptau die genauso schlecht gelaunte Nachbarskatze. Du hast das gesehen und bist ihm zu Hilfe geeilt und hast trotz Deines damals schon hohen Alters die Nachbarskatze angegriffen und sie vom Grundstück vertrieben. Seitdem lag Dir Eddie zu Füßen. Vor etwa drei Jahren dann der Schock. Du fingst an in der Gegend herum zu torkeln und niemand wusste so recht was los war. Wir haben Dich untersuchungstechnisch auf links gedreht. Blutbilder, Röntgen, CT und diverse weitere Untersuchungen folgten. Diagnostiziert wurde, neben alten Verletzungen (ein eingedrücktes Brustbein und einem nicht versorgten Bruch des Oberarms - wohl die Nebenwirkungen Deiner Erziehung) ein zu hoher Blutdruck. Bis wir diesen einigermaßen im Griff hatten, warst Du jedoch fast vollständig erblindet. Die letzten Jahre waren wir daher nur noch gemeinsam draußen, obwohl Du mich das eine oder andere Mal auch abgehängt hast als Du Deine üblichen Strecken über Nachbars Grundstück gelaufen bist; zurückgefunden hast Du aber immer. Eddie zeigte Dir seine Dankbarkeit immer noch dadurch, dass er Dir regelmäßig Mäuse mitbrachte, die Du mit Genuss verspeist hast. In den letzten Wochen war zu bemerken, dass Dir das Atmen immer schwerer fällt. Eine Untersuchung vor ca. 6 Wochen mit Röntgen und Ultraschall ergab zwar Kalkablagerungen im Hüftbereich in der Niere und auch in der Lunge, jedoch nichts weswegen erhöhte Alarmbereitschaft angezeigt gewesen wäre. Da es bei Dir immer ein auf und ab, auch wegen Deiner Probleme mit dem Verdauungstrakt, war, sagte ich mir, solange Du frisst und trinkst werde ich Dich nicht einschläfern lassen. In den letzten Tagen warst Du bezüglich des Essens sehr wählerisch. Neben Deinen Medikamenten, Die Du immer freiwillig genommen hast, mundete Dir nur noch sehr wenig. Gestern musste es warmes Lachsfilet sein und heute hast Du noch ein Viertel Sheba-Schälchen verputzt, bevor Du die Maus, die Eddie für Dich mitgebracht hatte, fachgerecht zerlegt und mit Appetit verspeist hast. Daher hatte ich auch noch etwas Hoffnung, als wir uns auf den Weg zum Tierarzt machten. Die Tierärztin sah Dich an und meinte, dass es Tierquälerei wäre, Dich weiter leiden zu lassen. Ich war davon erst überzeugt, als ich das Röntgenbild sah. Dein ganzer Körper war voll mit Wassereinlagerungen. Dein Herz, was immer so kräftig und für alle da war, versagte. Dein siebtes Leben war am Ende angelangt. Wie alt Du wirklich geworden bist werde ich wohl nie erfahren. Anzunehmen ist jedoch, dass Du spätestens im Herbst 2003 auf die Welt gekommen bist. Damit wärest Du mindestens 18 ½ Jahre alt geworden. Angesehen hat man Dir dieses Alter jedoch nicht. Ich bin froh, dass wir Dir für mehr als 17 Jahre ein gutes Zuhause bieten konnten und hoffe, dass dies zumindest ein wenig das Leid ausgleicht, welches Du zu Beginn Deines Lebens erdulden musstest. Es tut mir leid, dass ich Dir nicht mehr helfen konnte. Du weißt, dass ich alles getan hätte, um Dich bei mir zu behalten; aber nicht um den Preis, dass Du hättest weiter leiden müssen. Vielen Dank, dass Du mein Leben bereichert hast. Gute Reise, Jeannie. Ich hoffe wir sehen uns wieder.
Book of condolence
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Comments
Unbekannt
Comment from 05/13/2022

R.I.P.♥️
Irene mit Seelenhund Jimmy ganz tief im Herzen ♥️
Comment from 05/12/2022

Die schönste Rose für Ihre geliebte bezaubernde Jeannie ❤️ ins Regenbogenland ❤️ ! Als deine Beinchen nicht mehr wollten und dein Köpfchen wurde schwer, kam von oben aus dem Himmel ein kleiner Engel zu dir her. Er nahm dich fest in seine Arme, denn er hat dein Leid erkannt, flog mit leichten Flügelschlägen mit dir ins Regenbogenland. Meine Augen können dich nicht mehr sehen, meine Hände dich nicht mehr berühren. Aber ich fühle dich in meinem Herzen. Für immer und ewig. ❤️ Ich kann die Sterne am Himmel sehen, aber keiner leuchtet so hell, wie du in meinem Herzen. ❤️
Tanja mit Timmy im Herzen
Comment from 05/12/2022

Eine Rose für Ihre geliebte Samtpfote Jeannie ins Regenbogenland. Liebe Claudia, ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ganz viel Kraft, diesen schweren Verlust zu verarbeiten. Run free, little angel. ❤❤ Jeannie hatte bei Ihnen ein schönes und liebevolles Zuhause. Dafür ist sie Ihnen immer dankbar und Ihre Liebe hat sie mit ins Regenbogenland genommen. Herzliche Grüße von Tanja mit Timmy im Herzen. Immer, wenn wir von dir erzählen, fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unsere Herzen halten dich gefangen, so, als wärst du nie gegangen. Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung.

Elisabeth
Comment from 05/12/2022

Hallo Claudia, die Lebensgeschichte von Jeannie hat mich total erschüttert und zugleich tief beeindruckt. Gott sei Dank gibt es noch Menschen, die Tieren ein liebevolles Zuhause geben. Chapeau. Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, werde ich immer bei euch sein. Rainer Maria Rilke

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