Memorial page of Doktor Platsch

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Doktor Platsch

Wir sind dir unendlich dankbar für die vielen Jahre, die du uns geschenkt hast.

Apr 5, 2018

cat [Siamese]

Published on Apr 7, 2018 by Ina Zurek

Supervised by: ROSENGARTEN-Tierbestattung Filiale Bremen

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Es ist still geworden im Haus, seit du gegangen bist. Als du bei uns vor 26 Jahren eingezogen bist, warst du ein junger, schneidiger Kerl. Du stelltest Koffer, Napf und Decke bei uns ab, als sei es das selbstverständlichste der Welt, um ab sofort für uns zu sorgen. Ein erwachsener Kater mit wachem Geist und Verantwortungsgefühl. Du warst einem vaterlosen Mädchen der beste Freund und Vertraute, mein Sorgenpüppchen, mein Geheimnisträger. Ein kleiner Krieger, der allen Ratten der Welt den Kampf angesagt hatte, und sich heftigste Schlachten mit seinem Feind lieferte, oft war die Beute, die du nach Hause brachtest, größer als du selbst. Dann saßest du auf der Türschwelle, blutend, zerrupft, aber stolz und strahlend. Dein Kampfgeschrei konnte man drei Blocks weiter noch hören. Die Behandlung deiner Wunden hast du mit der Tapferkeit und Ruhe eines echten Kriegers über dich ergehen lassen. Im Haus, in der Familie, warst du das zärtlichste Wesen, oft hast du uns die Tränen abgeleckt, und mit deinen Eskapaden dann doch ein Lächeln hervorgezaubert, oft hast du stundenlang auf unserer Brust gelegen und uns Trost geschenkt. Deine imposanten Waffen hast du niemals gegen deine Familie gerichtet, und hast immer versucht uns zu verteidigen. Du hast mit wahrhaft stoischer Gelassenheit Verkleidungen getragen, entspannt dem Treiben im Ballettsaal beigewohnt. Deine Intelligenz war manchmal frappierend, du konntest Türen und Kühlschränke öffnen, Wünsche erfüllen und uns manchmal in den Wahnsinn treiben, weil du mit deinen geschickten Pfoten erstaunliche Dinge anstellen konntest. So kamst du zu deinem akademischen Grad. Als du älter wurdest und wir in die Stadt umzogen, verhängte ich eine Ausgangssperre, ich wollte nicht, dass ein jüngerer Kater dich in einer Schlacht zum Rückzug zwang, du warst da schon ein reifer Herr- und du nutztest jede Gelegenheit, um uns zu narren und doch nach draußen zu kommen. Und darin warst du sehr findig. Wenn es regnete, warst du dann schnell wieder da, du hasstest es, wenn dein feines Fell nass wurde, als Prinz aus siamesischem Haus warst du nicht für unser Klima geschaffen. Du wurdest immer älter und gemütlicher, aber du warst immer präsent, du liebtest deine Familie und viel Besuch, möglichst viele Menschen , die gerne bei uns am Tisch saßen, lachten , Musik machten, Wein tranken und schmausten. Dann warst du glücklich, denn es gab viele Hände, die dich streichelten und in den Arm nahmen. Bei schwangeren Frauen wusstest du als erster von dem neuen Leben, und wolltest nicht mehr auf ihrem Bauch liegen. Dann lagst du ganz still auf dem Schoß, ein Ohr am Bauch, und hast gelächelt. In den letzten Monaten wurdest du immer schwächer, und wir wussten, dass deine Zeit zu Ende geht. Trotzdem bist du immer zur Tür gekommen, um mich zu begrüßen, bis zum Ostersonntag hast du es geschafft. Dann wurde klar, dass dich deine Pfoten nicht mehr trugen, und deine Familie hat versucht, es dir so bequem wie möglich zu machen. Am Mittwochabend habe ich dich nach der Arbeit aufs Sofa getragen, und mit dir im Arm dort geschlafen. Gegen zwei wolltest du in die Küche an deinen Lieblingsplatz, und ich ahnte, dass nun die Zeit gekommen war, dich loszulassen. Du hattest dich von Esther verabschiedet, und deine weise kleine Seele war bereit für die letzte Reise. Als ich am Donnerstag aufwachte wusste ich, dass du gegangen bist, friedlich, an deinem Lieblingsplatz, im Schlaf. Du bist in aller Würde leise gegangen, wie ein König, der du warst. Es tut furchtbar weh, auch wenn ich weiß, dass die lange Zeit, die wir hatten, eine besondere Gnade Bastets war. Es ist still geworden. Ohne deine tiefe, laute, quakige Stimme, ohne dich auf dem Schreibtisch oder beim nähen, wenn ich arbeite, ohne deine Begrüßung am Morgen, ohne das Geschrei am Abend, wenn ich von der Arbeit komme. Deine Kinder suchen dich, Konrad wollte deinen leblosen kleinen Körper, bis du abgeholt wurdest, immer wieder anstoßen und waschen. Sie sind unruhig, Lenchen weint viel, Konrad sucht. Sie sind immer in meiner Nähe, wenn ich zu Hause bin. Es ist still geworden, mein kleiner König, mein Prinz Himmelblau, mein Seidenfell. Wir vermissen dich. Doktor Platsch wurde 28 Jahre alt.

Book of condolence

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Comments

Unbekannt

Comment from Apr 7, 2018

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Eines Morgens wachst du nicht mehr auf. Die Vögel singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf. Nur du bist fortgegangen. Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen dir Glück. Johann Wolfgang von Goethe R.I.P., süßer, weiser Doktor Platsch

Marion

Comment from Apr 7, 2018

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Als deine Beinchen nicht mehr wollten und dein Köpfchen wurde schwer, kam von oben aus dem Himmel ein kleiner Engel zu dir her. Er nahm dich fest in seine Arme, denn er hat dein Leid erkannt, flog mit leichten Flügelschlägen mit dir ins Regenbogenland.

Esther mit Linu

Comment from Apr 7, 2018

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Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, werde ich immer bei euch sein. Rainer Maria Rilke

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