Memorial page of Mietzi

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Mietzi

Auf einmal ist alles anders

May 1, 2001Nov 17, 2018

cat [EKH]

Published on Dec 2, 2018 by Thomas

Supervised by: ROSENGARTEN-Tierbestattung Filiale Hamburg

Auf einmal ist alle Hoffnung verloren. Auf einmal hast du die Entscheidung getroffen, die du schon so lange in deinem Kopf immer und Immer wieder durchgespielt hast. Auf einmal hat Sie keine Schmerzen mehr. Auf einmal hat Sie es geschafft. Auf einmal macht Sie Ihren letzten Atemzug. Und du bist bei Ihr. Hälst ihren Kopf und sprichst ihr leise und ruhig zu. “Alles wird gut. Bald ist es geschafft.” Dein Kopf rast und du kannst an nichts Anderes denken, als jetzt für Sie stark zu sein. Ihr ein letztes Mal das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Auch wenn Sie auf einem sterilen Tisch liegt und alles herum hell beleuchtet ist. Und dann wird Sie ganz ruhig. Liegt nur noch da mit großen Augen. Ohne Vorwürfe, fast schon erleichtert und zufrieden. Und du versuchst weiter stark zu sein weil du nicht weißt ob Sie dich noch hören kann. Die Minuten vergehen. Wirken wie Stunden. Dann bekommst du die Bestätigung: “Sie ist eingeschlafen”. Und du beginnst zu realisieren was passiert ist. Gefühle kriechen aus deinem Bauch in den Hals und Kopf. Deine Beine werden weich und du musst dich abstützen. Was ist passiert? Du hälst immer noch Ihren Kopf und streichelst sie. Aber Sie ist nicht mehr da. Dein Hals schnürt sich zu und alles um dich herum wird still. So hockst du da für ein paar Minuten. Versuchst die Situation zu begreifen. Die Konsequenzen zu erahnen. Es gelingt dir nicht. Das ist alles nur ein Traum! Ganz sicher! Wie kann es anders sein? Du musst wieder zu dir kommen. Noch ist die Zeit nicht gekommen. Es gibt Dinge zu entscheiden. Auf dem Weg nach Hause versuchst du nicht zu denken. Nur noch wenige Augenblicke der Stärke und auch Du hast es endlich geschafft. Zu Hause angekommen implodiert dein Körper und fällt in sich zusammen. Nichts steht deinen Gefühlen mehr im Weg. Du gehst zu Boden, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Alles in deinem Kopf ist Verlust. Die Tränen fließen und das Atmen fällt dir schwer. Du wimmerst und versuchst alles aus deinem Körper heraus zu bekommen, nur um nicht komplett den Verstand zu verlieren. Du erinnerst dich am nächsten Tag an nichts mehr. Wie konntest du wieder aufhören zu weinen? Wie konntest du aufstehen? Wie konntest du schlafen? Dann fällt es dir wieder ein. Du bist immer noch wach. Nichts ist real. Alles ist dumpf. So weit weg. Du rationalisierst was passiert ist. Du hast das Richtige getan! Das Richtige für Sie! Es wurde dir mehrfach bestätigt. Du hast keine Schuldgefühle. Es geht Ihr jetzt besser! Doch dann kommt jemand mit einer Schaufel Gefühle und haut sie dir mit aller Kraft vor den Kopf. Und du gehst zu Boden ob du willst oder nicht. Irgendwann brennen dir die Augen nur noch, du hast Magenkrämpfe und Kopfschmerzen. Eigentlich funktionierst du nur und weisst nicht so recht etwas mit dir anzufangen. Du wusstest das dieser Tag kommen wird. Hilflos bist du nun trotzdem. Doch die Extreme werden weniger. Du kannst wieder denken. Du bist bereit dich ablenken zu lassen. Aber es fällt dir schwer. Du willst Sie nicht so schnell vergessen. Aber dein Kopf spielt nicht mit. Irgendwann musst er wieder etwas anderes empfinden als Schmerz. Ein schlechtes Gewissen plagt dich. Trauere ich genug? Und du kommst nach Hause. Alles ist leer. Wo Sie lag ist nun nichts mehr. Sie kommt nicht mehr zu dir. Will nicht mehr raus. Sitzt nicht mehr am Fenster. Du hörst Sie nicht mehr trinken wenn alles ruhig ist. Findest Sie nicht mehr hinter der Couch. Und du realisierst, dein Schmerz ist noch lange nicht am Ende. Die Tränen sind schmerzhaft, aber es tut gleichzeitig so gut. Wann hört das auf? Nichts macht mehr Spaß. Alles ist egal. Kein Appetit. Kein Durst. Immer eine Maske tragen und so tun als wenn nichts gewesen wäre. Innerlich zerstört und am Boden. Kurze Momente der Normalität und dann der plötzliche Absturz in ein tiefes Loch. Diese Kleinigkeiten die einen wieder stürzen lassen. Doch die Welt dreht sich weiter. Du musst darüber hinweh kommen! Oder? Immer wieder stellst du dir die selben Fragen. Immer mit den selben Antworten. Doch niemals kann dich das Ergebnis beruhigen. Wie kann alles einfach so weiter gehen? Zählt Ihr Tod nicht? Zählt dein Schmerz nicht? Wann hört es endlich auf so weh zu tun? Die Tage werden langsam wieder normaler. Du kannst deine Geschichte erzählen ohne sofort in Tränen auszubrechen. Denkst du. Doch abends im Bett bist du wieder mit deinen Gedanken alleine und wirst schwach. Vor Ihrem wirklich letzten Weg, willst du Sie noch einmal sehen. Das war dein Wunsch und auch wenn du Angst hast mußt du es einfach tun. Niemals könntest du es dir verzeihen, wenn dein letztes Bild von Ihr, dass durch die Scheibe der Tierklinik bleibt. Du betrittst den Raum im Krematorium und aller Fortschritt der letzten Tage ist dahin. Noch ein mal alles raus lassen. Aber du kannst nicht. Sie liegt einfach da. Aufgebahrt und irgendwie fremd. Du streichelst Sie noch einmal. Sie ist kalt und so weit weg. Du schaust Sie an. Minuten lang und du weißt, dass du Sie nun endgültig gehen lassen musst. Auch wenn dein Inneres dich anschreit, Sie einfach einzupacken und abzuhauen. Was nun folgt darf nicht echt sein. Zuzusehen wie der Ofen sich öffnet und Ihr Körper die allerletzte Reise antritt ist auch dein endgültiger Abschied und die härteste Prüfung auf eurem gemeinsamen Weg. Du hast Ihr versprochen immer für Sie da zu sein. Und du hast dieses Versprechen gehalten! Nicht für nur Sie, auch für dich. Es wird dir alles bewusst. Du flüsterst leise “Gute Reise. Wir sehen uns wieder. Ich vermisse dich.” - Sie kann dich nicht mehr hören und dann schließt sich die Tür. Sie ist wieder bei dir. Nichts kann euch jetzt noch trennen. Sie ist zu Hause angekommen und kann sich endlich ausruhen. Du kannst sie plötzlich wieder spüren. Zu Hause fühlt sich wieder an wie zu Hause. Und alles ist wieder wie vorher. Und dann setzt du dich hin. Du schreibst einen Text über die letzten sieben Tage. Über Sie, über dich. Du arbeitest alles auf was irgendwie schon so weit weg erscheint. Es geht ihr jetzt besser. Sie hat keine Schmerzen mehr. Du hast Ihre Schmerzen übernommen. Du wirst diese Schmerzen in dir tragen für den Rest deines Lebens. Und du bist glücklich damit, denn so wirst du Sie niemals vergessen. Und auf einmal ist dann doch irgendwie alles anders.

Book of condolence

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Comments

In stillem Gedenken an Mietzi

Comment from Dec 3, 2018

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Oft fragte ich mich – wo wirst du sein, nachdem du diese Welt verlassen hast. In der Stille meiner Gedanken fand ich in meinem Herzen die Antwort darauf. Rebell

Jutta mit Purzel tief im Herzen ✟ 08.05.2016

Comment from Dec 3, 2018

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Lieber Thomas, mein aufrichtiges Beileid zum Verlust ihrer geliebten Mietzi. Ihre Zeilen sind mir sehr nahe gegangen. Ihre Mietzi war ein Familienmitglied, ihre treue Freundin und immer an ihrer Seite. Sie haben Mietzi sehr geliebt und Mietzi hat sie geliebt. Auf einmal ist nichts mehr so wie es mal war. Es ist still und leer ohne ihren Liebling. Sie fehlt ihnen überall. Es ist eine Lücke entstanden, die sich mit nichts und niemand schließen lässt. Ohne Mietzi - zwei Worte so leicht zu sagen und doch so unendlich schwer zu ertragen. Mietzi hinterlässt mit ihren kleinen Samtpfötchen riesige Spuren von Liebe in ihrem Herzen. Ich wünsche ihnen ganz viel Kraft in dieser jetzt sehr schweren Zeit der Trauer. Jutta mit Purzel tief im Herzen Mein Leben ist nicht mehr so wie es war, seit ich Dir zuletzt in Deine wundervollen Augen sah. Viel zu früh – so scheint es mir - musstest Du mich verlassen, ich kann es bis heute noch immer nicht fassen. Wie lange ist es schon her, als ich zuletzt Deinen Namen rief, doch der Schmerz ist unendlich, der Kummer sitzt tief. Du hast mein Herz mit Sonne und Wärme erfüllt, hast mit mir Freude und Kummer gefühlt. Und wirst Du mir doch für immer und ewig fehlen, die Erinnerung kann mir nichts und niemand mehr nehmen. Deine Seele war voll Vertrauen und unendlicher Liebe, nun ist davon nur die Erinnerung geblieben. Und werde ich eines Tages auf meine letzte Reise gehen, dann weiß ich, es gibt ein Wiederzusehen. Es ist ein Stück Himmel, dass es Dich gibt, so wie Du hat mich wohl kaum jemand geliebt. Ich danke Dir für die schöne Zeit hier auf Erden, und denke daran, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden.

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Gitte

Comment from Dec 3, 2018

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Eines Morgens wachst du nicht mehr auf. Die Vögel singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf. Nur du bist fortgegangen. Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen dir Glück. Johann Wolfgang von Goethe Mein herzliches Beileid zum Heimgang Ihrer über alles geliebten Samtpfote Mietzi.

Marlies mit Pietsch im Herzen

Comment from Dec 3, 2018

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Es sind die ohne Schuhe, die jeden Weg mit uns gehen. Es sind die ohne Geld, die uns all das geben, was unbezahlbar ist. Es sind die, die Nichts versprechen, die uns niemals enttäuschen. Es sind die, die Nichts besitzen, die uns oft mehr geben können, als die meisten Menschen. Viel Kraft für die schwere Zeit danach Marlies mit Pietsch tief im Herzen

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