Memorial page of Luca

Luca
Du bleibst auf ewig unser Rudelführer und an keinem Tag wird unsere Liebe enden
dog [Podenco Mix]
Breed: Aus der spanischen Wildnis
Published on 06/01/2019 by Alexandra, Noki, Mika, Melina und Kaya Savic
Supervised by: Filiale Frankfurt




Wenn man sich einen Hund holt und ihn erzieht ist die erste Regel dabei „Du bist der Chef. Danach kommt der Hund.“. Bei uns war das anders. Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als als meine Eltern mit der Idee ankamen, einen Hund zu holen und in ein neues Haus zu ziehen. Mein Bruder, damals etwa vier, und ich hatten natürlich nichts dagegen, immerhin hätte jedes Kind gerne einen Hund. Unser Kater dachte da vermutlich nicht so, aber meine Eltern waren - damals noch - der Boss und deswegen fuhren wir in ein Tierheim. Man sagte uns es kämen bald ein paar Mischlingswelpen aus Spanien an und so kamen wir noch ein zweites Mal wieder. Damals war auch ein krankes Schäferhundweibchen dort, das ich unbedingt zu uns nehmen wollte. Aber meine Eltern waren dagegen, diesem Hund, Tradita hieß sie, stünden so viele Arzttermine bevor, das wollten meine Eltern nicht. Sie entschieden sich für diesen kleinen, flippigen, orange-braunen Hundewelpen der uns mit seinen so typischen hellbraunen Augen ansah. Keiner konnte uns sagen, was für Rassen da drin stecken und niemand wusste, was da auf uns zukam. Aber wir nahmen ihn mit (und an dem Tag bekam auch Tradita ein neues Zuhause), den kleinen der damals noch Zappen hieß und den wir zum neuen Zuhause auch einen neuen Namen schenkten. Von da an war das Luca, der freche Hund der Savic’s. Wir kamen mit ihm nach Hause und unser Kater dachte vermutlich wir wollen ihn verarschen, wahrscheinlich hat er sich auch überlegt wie er am schnellsten an eine neue Familie kommt, aber ich glaube er hatte uns einfach zu lieb. Luca wusste recht schnell, dass mit dem Kater nicht zu scherzen war. Und wir bemerkten sehr schnell, dass Luca kein normaler Hund war. Kuscheln war nur drin wenn er das wollte und wenn man ihm von der Leine ließ lief er los, ganz langsam immer etwas schneller, bis man ihn nichtmehr einholen konnte. Oder er wartete, bis er sich unbeobachtet fühlte - und rannte los. Und Luca konnte rennen so schnell wie ein Blitz. Leider kam dazu, dass er einen sehr schlechten Orientierungssinn hatte. Als er etwa acht Jahre alt war, war das Tor einige Sekunden zu lang offen, nicht länger als ein paar Sekunden, aber doch lange genug für ihn um den Moment zu nutzen. Keiner von uns bemerkte das, denn wie schon gesagt, meist wartete er einfach bis er sich unbeobachtet fühlte und schlich sich dann leise davon. Also kam meine Mutter erst abends zu mir und fragte ob Luca bei mir im Zimmer wäre - er war es nicht und in dem Moment war uns klar, dass er weg war. Wir fuhren los, meldeten es bei Tasso und riefen die Polizei an. Wir fuhren sie Hauptstraßen ab und den Wald, den Feldweg und eben alles, wo Luca vielleicht ein Reh vermuten könnte. Wir konnten ihn nicht finden und dann wurde es dunkel. Es war zwei Tage vor meinem vierzehnten Geburtstag. Wir fuhren wieder nach Hause und als wir in der Einfahrt ankamen klingelte das Telefon meiner Mutter. „Wir haben ihren Hund gefunden.“, sagte ein Polizist und meiner Mutter fiel jegliche Farbe aus dem Gesicht. Für sie war klar, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er auf einer Straße irgendwo zwischen Blinklichtern der Autos liegt, viel zu hoch ist. Aber nicht Luca. Luca hatte sich eine Straße weiter verlaufen und lief ängstlich die Straße auf und ab, fand den Heimweg nichtmehr, obwohl wir da schon wirklich oft spazieren gegangen waren. Irgendwann hatte ein Ehepaar ihn rein geholt und die Polizei angerufen, die uns informierte. Abends hatten sowohl wir als auch Luca zweihundert graue Haare mehr, aber von da an lief Luca nichtmehr weg. Zumindest nichtmehr von zuhause. Beim Spazierengehen änderte sich nichts. So war er. Kurz nachdem er zu uns kam wurde ich eingeschult und bekam von meinen Eltern Ohrringe in einer kleinen Marienkäfer-Schachtel aus Samt. Heute würde ich sagen das ist nur eine Schachtel, das ist nicht wichtig. Aber damals war sie mir wichtig. Wir fuhren in die Kirche zur Einschulung und als wir zurückkamen lag die kleine Schachtel in Fetzen am Boden. Luca war wohl langweilig geworden. Ich war so sauer auf ihn, aber im Endeffekt - ist nicht jede Wut vergessen, wenn man so viel Liebe geschenkt bekommt wie ein Hund sie gibt? Als ich acht war fand Luca im Garten ein Kätzchen. Es war nur wenige Wochen alt und jemand hatte es einfach über den Zaun in unseren Garten geworfen - in der Hoffnung, Luca würde das kurze Leben des armen Tieres beenden. Nur verfing es sich dabei im Gebüsch und Luca entdeckte es zwar, kam aber nicht dran. Er bellte stundenlang und irgendwann wurden wir darauf aufmerksam und entdeckten dieses kleine, müde Wesen zwischen den Ästen. Luca als Jagdhund sah es als kleinen Nachmittagssnack, also brachten wir es in einen abgegrenzten Teil des Hauses wo wir es aufpäppelten bis wir den kleinen Kater unserer Putzfrau schenkten. Luca hatte ein wahnsinniges Gehör, einen unbeschreiblich guten Geruchssinn und sogar sehen konnte er super. Nachts konnte man mit ihm spazieren gehen und er entdeckte in der tiefsten Dunkelheit in fünfzig Metern Entfernung eine Maus unter einem Auto. Wie auch immer er das gemacht hat, aber wenn er die Ohren aufstellte und anfing zu schleichen, dann wusste man: Irgendwas sitzt da. Und Katzen waren am Kritischsten. Doch konnte er auch seinen Jagdinstinkt bei Tieren nie ausschalten - er war der freundlichste Hund was Menschen anging. Manchmal fuhr ein Auto an uns vorbei und hielt hinter uns am Straßenrand. Wir mussten dann so lange warten, bis er sehen konnte wer das ausstieg und er ihn begrüßt hat wenn er denjenigen wenn auch nur flüchtig kannte. Angst vor Menschen hatte er nie. Aber der Rudelführer war er immer. Und dann, im Herbst vor zwei Jahren, stellten wir fest, dass er Leberkrank ist. Der Tierarzt teilte uns mit, dass es von da an zwei Wochen oder zwei Jahre dauern könnte. Luca bekam spezielles Futter und es besserte sich etwas. Aber nie ganz. Also beschlossen wir einen zweiten Hund zu holen, einen Welpen, sodass der oder die Kleine sich ein paar gute Eigenschaften von Luca abschauen kann. Es wurde die kleine Kaya, ein Spanischer Wasserhund, das komplette Gegenteil von Luca. Dunkel, liebt das Wasser, hat vor jedem Pups Angst. Sie lernten sich kennen und Kaya sah ihn als Boss. Sie liebte ihn. Und er akzeptierte sie als Familienmitglied. Sogar seine Leberwerte besserten sich, Kaya machte Luca gesund, zumindest soweit wie es ging. Sie lag immer bei ihm im Körbchen und kuschelte mit ihm, auch wenn er das nicht wollte. Mittlerweile liegt sie nichtmehr in seinem Körbchen sondern nur noch daneben, als würde sie warten, dass er nach Hause kommt und sein Körbchen dann frei ist. Es kam der April. Luca ging es von jetzt auf gleich schlechter. Er fraß nichtmehr, nichtmal das Frühstücksfleisch, bei dem er sonst schon beim Klick des Öffnens angerannt kam. Er hatte Schmerzen, das sah man ihm an. Doch wie kann man jemanden gehen lassen, der ein bester Freund ist? Wie kann man seinem besten Freund eine Spritze geben, die sein Herz stehen lässt? Er wusste, dass es zu Ende ging. Er lief durch den Garten und verabschiedete sich von allem was da war. Er sah sich um als hätte er sich alles genau eingeprägt. An einem Montag setzte ich mich abends zu ihm und sagte „Es ist okay. Du kannst loslassen. Wir sind dir nicht böse, wir lieben dich.“ Und es folgte der Dienstag. In der Nacht zuvor schliefen wir bei ihm im Wohnzimmer. Er lief die ganze Nacht durch den Raum und sah sich alles an, er schnupperte und er sagte Lebe wohl. Zu allem, was sich um ihn herum befand. Und zu uns. Er wusste, dass wir ihn lieben und er wusste, was passieren würde. Ich ging in die Schule um eine Mathearbeit zu schreiben und ich kam wieder zu einem Hund der zwei Stunden alleine war, mit Kaya, seiner kleinen frechen „Schwester“. Luca freute sich so sehr, dass jemand da war. Er lag im Büro meiner Mutter weil er wusste: Dort ist er sicher. Dort ist sein Zuhause. Wir kuschelten und ich nahm Abschied von ihm, so wie er Abschied von mir nahm. Seine Beine trugen ihn nichtmehr und er konnte nur noch ein paar Schritte zum Fenster rutschen, sah nach draußen, bis ich meine Mutter von der Arbeit abholte denn sie hatte mir ihr Auto geliehen. Es war 14:00, als wir losfuhren und es war 14:12, als wir zur Haustür rein kamen. Meine Mutter trug noch ihre hohen Schuhe und sie wollte Luca begrüßen, wir setzten uns neben ihn und sagten ihm Hallo, sie strich ihm über den Kopf und er sah sie an, atmete ein - und dann war alles vorbei. Dann plötzlich regte sich nichtsmehr. Dann plötzlich hatte er es geschafft. Wir wollten abends mit ihm zum Tierarzt und ihn gehen lassen. Aber es war 14:14, als er in seinem Revier bei seinem Rudel einfach loslassen konnte weil er wusste: Frauchen ist da und passt auf alle auf. Sie lieben mich. Und das haben wir getan, werden es immer tun. Luca hat seine Liebe nie so gezeigt, wie andere Hunde es tun würden. Aber mit seinem letzten Atemzug hat er alles Leben in die Liebe zu uns gelegt. Wir haben keinen Hund und besten Freund verloren, wir haben einen Engel gewonnen, einen Wachhund der mit seinen kleinen, starken Flügeln auf uns aufpasst. Der uns selbst jetzt noch Liebe sendet wenn wir sie brauchen. Der durch so viele Erinnerungen für immer irgendwo weiterleben wird. Durch die Erinnerungen an seinen Geruchs- und Sehsinn. Und daran, wie schlecht er sich orientieren konnte. Wie sehr er Knochen, Frühstücksfleisch und diese Entensticks liebte. Daran, wie er anfing zu schielen, wenn er einen Joghurtbecher ausschleckte oder daran, wie sehr er Wasser und Regen hasste und sich dann unter unserem Po versteckte um nicht nass zu werden. Ein Leben geht zu Ende und eine Sammlung an Erinnerungen wird vervollständigt. Wir werden vielleicht nie das Bild vergessen, wie er starb. Aber ganz sicher werden wir nie vergessen, wie er lebte. Rest in Peace, Luca. Liebe endet nie, nichtmal im Tod. 15.07.2006 - 30.04.2019
Book of condolence
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Comments
Annette
Comment from 04/30/2025

für Luca Immer, wenn wir von dir erzählen, fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unsere Herzen halten dich gefangen, so, als wärst du nie gegangen. Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung.

Annette und Jeff
Comment from 04/30/2024

Für Luca! Alles hat seine Zeit: sich begegnen und verstehen, sich halten und lieben, sich loslassen und erinnern. Robert Louis Stevenson

Annette
Comment from 04/30/2021

Für Luca zum Gedenken von Annette mit Biko und Boldi im Herzen

Annette
Comment from 04/30/2020

Für Ihren Freund Luca senden Annette mit Biko im Herzen eine weiße Rose.

Sven
Comment from 04/15/2020

Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt... Tiere verändern uns für immer wenn sie zu uns kommen - und wenn sie uns wieder verlassen.

Unbekannt
Comment from 08/03/2019

Du bist von uns gegangen aber nicht verschwunden...... Du bist jeden Tag an unserer Seite. Ungesehen, ungehört und dennoch ganz nah. Für immer geliebt und vermisst, bleibst du in unseŕen Herzen.♥️ Liebe Familie von Luca ! Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft in der schweren Zeit der Trauer und Stille. Bewahren Sie sich die Erinnerung an die schöne, vergangene Zeit mit Ihrem geliebten, wunderschönen treuen Freund Luca auf. Die Erinnerung ist ein kostbares Geschenk, welches Ihnen niemand nehmen kann. ♥️ WAS MAN IM HERZEN TRÄGT, VERLIERT MAN NIE ! Viel Krsfť wünscht Ihnen Birgit mit Cora tief im Herzen ♥️ u. Aimy an meiner Seite. ♥️

Britta
Comment from 07/30/2019

Es ist Zeit, dass wir gehen. Ich um zu sterben und ihr um weiter zu leben. Sokrates Britta mit Seelenhund Ebony tief im Herzen

Annette
Comment from 07/29/2019

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschied nehmen heißt. Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben. Sergio Bambaren Es macht tieftraurig zu lesen, wie Luca von allem Abschied nahm und wie er auf Ihre Mutter gewartet hat um sie noch einmal zu sehen und dann zu sterben. Und trotzdem hat es auch etwas Tröstliches. Er konnte zu Hause sterben und ihm ist der letzte Gang zum Tierarzt erspart geblieben. Das hätte ich mir auch für meinen Biko gewünscht. Ich wünsche Ihnen Kraft in dieser schweren Zeit. Es ist nicht einfach, ist es nie, aber Luca ist bestimmt bei Ihnen an Ihrer Seite. So wie er es immer war. Annette mit Biko

Sabine
Comment from 07/28/2019

Luca bleibt auch für uns unvergessen …
Susanne mit Rusty im Herzen
Comment from 07/28/2019

Eine Rose für Ihren geliebten Luca Eines Morgens wachst du nicht mehr auf. Die Vögel singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf. Nur du bist fortgegangen. Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen dir Glück. Johann Wolfgang von Goethe

Roses

Christoph u Barbara ❤️Paul
On 07/27/2019

Marga mit Rambo im Herzen
On 07/27/2019

Brigitta mit Sam
On 07/27/2019

für Luca
On 07/27/2019

Unbekannt
On 07/27/2019

Unbekannt
On 07/27/2019